AKTUELLE AUSSTELLUNG

Flyer - Einladung

„SKURRILES SOMMER-DUETT XI“

Alfred Schmidt / Malerei / Grafik / Potsdam
Rainer Sperl / „Sperlzeug“ / Potsdam
vom 15. Juli bis 20. September 2014

Skurrile Objekte von Rainer Sperl und sensible Pastellmalerei und Druckgrafik vom Altmeister und einem Potsdamer Urgestein Alfred Schmidt werden in dieser Ausstellung zu sehen sein. Der inhaltliche und formale Ansatz beider Künstler ist sehr unterschiedlich.

Alfred Schmidt malt seit Jahrzehnten an Trends und Moden der Malerei vorbei, sensible poetische Architektur- Landschafts- und Blumenbilder. Stimmungen der Natur sind in weichen Farbklängen kompositorisch real eingefangen. Es sind die Bilder, die direkt in uns Erinnerungen wecken, unsere Seele berühren, ein Empfinden, als wenn man durch die Landschaft wandert und einfach nur denkt: oh wie schön gerade dieser Blick, diese Blumen, das Licht, diese Stimmung!
Wunderbar auch seine kleinformatigen tonigen Aquatinten (Ätz-Radierung).
Des Öfteren benutzt Alfred Schmidt auch die Tiefdrucktechnik Mezzotinto. Man nennt es auch Schabkunst, wo in akribisch anstrengender Arbeit die Platten aufgeraut werden, damit der Abdruck davon samtig erscheint. Sehr akkurat arbeitet Alfred damit weiche flächige Farbkontraste heraus.

Durch das Studium der Farb- und Oberflächengestaltung in Potsdam und die anschließende Arbeit bis 1979 als Farbgestalter berührte Alfred Schmidt zu DDR Zeiten der Verfall des alten Potsdams hautnah. Er hat die bröckelnden Häuserfassaden immer wieder gemalt.

In der kommenden Zeit bis heute ist Alfred Schmidt neben Potsdam und dem Oderbruch malerisch unterwegs auch immer wieder im schönen Mecklenburg. www.Alfred-Schmidt.de

Rainer Sperl ist selber Galerist mit seiner Frau Uschi seit 1991 in Potsdam in der SperlGalerie. Es entstehen eigene erste Plastiken schon während des Studiums der Innenarchitektur an der Fachschule für Angewandte Kunst (FAK) in Heiligendamm 1973 -1976 in der dortigen Keramikwerkstatt.
Als Filmarchitekt bei der DEFA (Potsdam-Babelsberg) und später als Mitbegründer und Ausstatter des Potsdamer Kabaretts am Obelisk baut Sperl aus ganz unterschiedlichen Materialien immer mehr satirisch-groteske, poetisch figurative Objekte. Sehr skurril…
Wer ihn näher kennt und einmal bei ihm zu Hause in seinem von Sammeleifer gefülltem überquellendem „Werkstattlager“ war, ahnt sicher warum…

Die Themen schreibt das Leben, wie man so schön sagt. So hatte Rainer Sperl zum Beispiel vor zwei Jahren 2012 zum 300. Geburtstag des „Alten Fritz“ den grandiosen Einfall zu der keramischen Plastik „Happy Birthday Friedrich“ Ehrenspalier für F.II.
Die langen Kerls, nackig, eine Sparbüchse am Bauch, die kein sparen zulässt, weil unten offen, aber stolz mit goldenen Grenadiermützen. Über diese Vielsinnigkeit kann man beim ersten Hingucken schmunzeln, drüber nachdenken… beim zweiten Blick muss man einfach lachen.
Seine Arbeiten zeugen von viel Humor und Menschenkenntnis!
Rainer Sperl beobachtet das menschliche Verhalten in allen möglichen und unmöglichen Situationen. Der Drang dieses auszudrücken lässt ihm keine Ruhe.
Dann geht er in die Werkstatt und beginnt seine Ideen mit Eifer umzusetzen. Mit seinem handwerklichen Können, über Jahre gewachsen, sehr akribisch auf den Punkt kommend, entwickelt Sperl einen sehr eigenen inzwischen unverkennbaren Stil. Er nennt seine Objekt-Installationen “Sperlzeug“.
Äußerlich etwas derb dafür im Detail sehr sensibel. Es sind Kombinationen von Fundstücken und eigenen plastischen Arbeiten sehr spannungsreich montiert.
Über die Jahre sind thematisch sehr unterschiedliche Arbeiten entstanden.
www.Sperlzeug.de

Beide Künstler hatten übrigens vor 27 Jahren eine gemeinsame Ausstellung 1988 in der ehemaligen Boulevardgalerie in Rostock.

Christiane Lamberz / Dipl. Design/Keramik /Ausstellungsorganisation